Definition

Update: 24.04.15

Zwar heißt die Diagnose offiziell Klinefelter-Syndrom – in Wahrheit bedeutet das: Statt dem normalen Chromosomensatz 46,XY ist ein zusätzliches X-Chromosom vorhanden und es liegt der Chromosomensatz 47,XXY vor, jedenfalls in 80 % der Fälle. Beim Rest entweder Mischformen (auch Mosaikform genannt: 46,XY/47,XXY), oder weitere X- und Y-Chromosomen. Zwar werden auch diese Klinefelter-Syndrom genannt, haben aber nicht durchwegs die gleichen Symptome (z.b. 48, XXXY, 48,XXYY oder 49,XXXXY). Je mehr X- und Y-Chromosome hinzukommen, desto ausgeprägter die Merkmale.

Der medizinische Hintergrund erklärt, weshalb hier Genetik und Syndrom vermischt werden: Harry F. Klinefelter hat 1942 bei neun Buben charakteristische körperliche Merkmale festgestellt, erst Jahre später fand man die genetische Ursache.

Im deutschsprachigen Raum werden wir meist als Klinefelter-Männer bezeichnet, auch die Selbsthilfegruppen und -vereine sprechen bei allen von Klinefelter-Betroffenen, während im englischsprachigen Raum und besonders in Nordamerika die Bezeichnung XXY-Mann üblich ist. Denn: Kein Mensch mit zusätzlichem X-Chromosom wird mit dem Klinefelter-Syndrom geboren.

  • Ein Teil erwirbt es während der Pubertät, wenn die Testosteronproduktion bei XXY-Männern nur langsam oder gar nicht steigt.
  • Ein Teil behält normale Testosteronwerte bis ins Erwachsenenalter.
  • Ein Teil wird intersexuell geboren bzw. empfindet die niedrigen Testosteronwerte nicht als Mangel (und erhält später als Transgender ggf. eine Östrogentherapie), sondern als selbstverständliche Eigenschaft der weiblichen Persönlichkeit.

Ein weiterer Aspekt, der gegen die Bezeichnung Syndrom spricht, ist die große Vielfalt unter den Merkmalen:

  • Jeder XXY-Mensch ist einzigartig.
  • Kein XXY-Mensch zeigt alle beschriebenen Symptome des Klinefelter-Syndroms.
  • Es handelt sich vielmehr um ein Spektrum, genauer gesagt ein XXY-Spektrum, da nicht alle Gene auf dem zweiten X-Chromosom gleich aktiv sind.

Häufigkeit

47,XXY ist die häufigste Chromosomenauffälligkeit beim Mann,weltweit sind etwa 152 von 100 000 Neugeborenen betroffen. Die Häufigkeit variiert je nach Bevölkerung, in Australien liegt sie etwa bei 223 pro 100 000. In Österreich schätzt man die Zahl der XXY-Menschen auf 10 000 bis 16 000, in Deutschland auf rund 80 000. Doch nur 20-30 % der XXY-Menschen erhalten tatsächlich eine Diagnose, da nicht alle einen auffälligen Phänotyp aufweisen.In Dänemark erhalten nur knapp 10 % ihre Diagnose vor der Pubertät – in den meisten Fällen erst im mittleren Lebensalter (35-50), wenn sich bereits Folgeerkrankungen bemerkbar gemacht haben. In Australien werden immerhin 50 % diagnostiziert. Die große Dunkelziffer erschwert es, repräsentative Statistiken aufzustellen und sollte berücksichtigt werden, ehe man Studienergebnisse verallgemeinert. (Zahlen aus GROTH ET AL. 2013)

Ist der Testosteronmangel die ausschließliche Ursache für das Erscheinungsbild?

Die Mehrheit der praktizierenden Ärzte ist weiterhin dieser Meinung,

  • weil die meisten praktizierenden Ärzte auf dem Kenntnisstand der 80er Jahre stehengeblieben sind, als über Genmutationen und neurologische Veränderungen aufgrund der technischen Methoden kaum etwas bekannt war. Bekannt und messbar war der Testosteronmangel und Testosteron erschien daher als einzige mögliche und notwendige Behandlung.
  • weil sich Erkenntnisse über neurologische Störungen im Gehirn, die ADHS, Autismus oder Schizophrenie verursachen, von XXY unabhängig entwickelten. Das Asperger-Syndrom bei Erwachsenen wurde erst 1994 offiziell anerkannt. Forschungen zum psychischen Phänotyp bei XXY gibt es erst seit der Jahrtausendwende verstärkt und mit Einführung der bildgebenden Vermessung des Gehirns (Neuroimaging) wird dazu intensiv geforscht, alleine in den vergangenen 10 Jahren hat sich enorm viel getan (siehe Literaturliste).
  • weil Symptome wie Antriebslosigkeit, Depressionen, Müdigkeit, Konzentrationsschwächen nachweislich (?) mit Testosteronmangel zusammenhängen, weitere Auffälligkeiten werden von Fachärzten, die sich vorwiegend mit Urologie und Endokrinologie beschäftigen, vermutlich mangels Wissen und Erfahrung nicht entdeckt. Dies kann nur jemand mit psychologischer bzw. psychiatrischer Ausbildung. Männer gehen allerdings wesentlich seltener zum Therapeuten als Frauen; diagnostizierte Männer mittleren Alters heutzutage seltener als jüngere Männer, für die Therapie kein Tabu mehr ist.
  • weil über ADHS, Autismus und Schizophrenie bis heute eine recht negative Berichterstattung herrscht, die immer den schlimmstmöglichen Fall hochdramatisiert und selten die Betroffenen selbst zu Wort kommen lässt. Ebenso wie bei XXY existiert ein Spektrum vielfältigster Erscheinungsformen – mild bis stark, und nicht jeder leidet darunter. Werdende oder junge Eltern werden aber oft ohne ausgewogene Aufklärung zurückgelassen und wissen nicht, was auf sie zu kommt. Welche Mutter eines XXY-Jungen möchte dann noch hören, dass das Kind autistische Eigenschaften haben könnte?

Es gibt jedoch auch unter den Fachkräften in Deutschland Hinweise auf eine zusätzliche Ursache neben dem Testosteronmangel, z.B.

In diesem Video der Deutschen Klinefelter-Vereinigung sagt Professor Zitzmann ab Min 11:25

„….weil durch den Testosteronmangel und vielleicht auch das zusätzliche X-Chromosom Patienten mit dem Klinefelter-Syndrom viel häufiger an Diabetes erkranken zum Beispiel oder an Lungenerkrankungen als andere Patienten“

In einer Pressemitteilung der Uni Münster zur EXAKT-Studie führt Zitzmann weiter aus:

“ […]Diese Symptome treten zwar etwas weniger stark, aber dennoch auch bei Patienten auf, die bereits mit einer Testosteron-Therapie behandelt werden. Aus diesem Grund kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Störungen zwar hormonell bedingt sind, aber auch einen genetischen Ursprung haben.[…]“

Spekulation: Was spricht noch gegen die These des Testosteronmangels als Alleinverursacher aller Auswirkungen?

Der Testosteronmangel macht sich bei XXY-Männern frühestens ab der Pubertät bemerkbar, meist zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr, wenn bei XY-Heranwachsenden die Testosteronproduktion deutlich ansteigt, bei XXY-Buben hingegen nur zögerlich zunimmt. Vor der Pubertät liegen die Testosteron-Werte von XXY und XY in verschwindend niedrigen Konzentrationen vor. Verzögerte Sprachentwicklung wird aber bereits in den ersten Lebensjahren beobachtet, ebenso die für Testosteronmangel herangezogenen Symptome wie Schüchternheit, Passivität, motorische Defizite und Aufmerksamkeitsdefizite. Wie kann ein Mangel, der erst später auftritt, schon davor für Auswirkungen sorgen?
Diese Fragen stelle nicht nur ich, sondern auch die XXY-Forscher, z.B. HOST ET AL. (2014)

Many of the cognitive disabilities and psychological traits are already present in childhood,before hypergonadotropic hypogonadism develops. If androgen insufficiency were to account for these neuropsychological traits, it should be present prenatally, where testosterone is known to influence brain development.However, no study that we are aware of has measured the level of testosterone in fetus with KS. A few studies have investigated the level of testosterone in KS neonates, but have been equivocal reporting either decreased or normal/high testosterone levels.

„Falls der Testosteronmangel die neuropsychologischen Eigenheit verursacht, sollte er bereits vor der Geburt vorhanden sein, wo Testosteron die Gehirnentwicklung beeinflusst. Jedoch kennen wir bisher keine Studie, die Testosteronwerte in XXY-Föten gemessen hat. Ein paar Studien haben die Testosteronwerte in Neugeborenen gemessen, doch gibt es mehrdeutige Ergebnisse mit erniedrigtem oder normalen/hohen Werten.“

*

Nicht nur körperliche Symptome treten auch nach der Testosteron-Therapie weiterhin auf, sondern auch bei Problemen mit dem Kurzzeitgedächtnis, sensorischen Überempfindlichkeiten, Emotionen und zielgerichtetem Handeln kommt es durch die Testosteron-Therapie nicht zu Verbesserungen. Neurologische Ursachen (d.h. Veränderungen im Gehirn) sind nachgewiesen.

Ebenso hat die Substitution keinen Einfluss auf beobachtete Stärken wie verstärkte Detailwahrnehmung allgemein, auf visuelles Denken und Langzeitgedächtnis.

Diagnose und Symptome

Im Gegensatz zu vielen psychiatrischen und körperlichen Diagnosen ist XXY eindeutig: ein Karyogramm bestimmt die Anzahl der Chromosomen, charakteristisch sind neben niedrigen Testosteronwerten außerdem die bei fast allen XXY-Männern zu hohen FSH und LH-Werte im Blut.

Die körperlichen Symptome sind oft nicht ganz so eindeutig, da sie individuell stark variieren, charakteristisch sind kleine Hoden und Penis, fehlender oder spärlicher Bartwuchs, wenig Körperbehaarung, Hochwuchs, Gynäkomastie (verstärkte Entwicklung der Brustdrüsen) und ein generell eher femininer Körperbau durch die veränderte Muskel-Fett-Verteilung.

Bei rund 60-80 % der XXY macht sich ADS oder ADHS bemerkbar, bei rund 10-50 % wird eine Autismus-Diagnose gestellt. Einzelne Fälle (Recherche im Netz, Foren) sind bekannt, dass nach/im Zuge einer Autismus-Diagnose XXY festgestellt wurde.

Die häufigste Erkennung findet durch den unerfüllten Kinderwunsch statt, vor dem Wegfall der Bundeswehrpflicht konnte XXY auch durch die Musterung entdeckt werden. Seitdem diese flächendeckende Vorsorgeuntersuchung nicht mehr gegeben ist, werden vermutlich  deutlich weniger XXY-Männer als bisher entdeckt.

Körperliche Symptome

Merkmale des Klinefelter-Syndroms, die auftreten können, aber nicht müssen.

  • Vergrößerte Brustentwicklung (Gynäkomastie; 40-80 %)
  • weibliche Hüften, lange Beine, feingliedrige Hände
  • Skoliose & Muskelschwäche
  • Sterilität (ausgenommen Mosaikformen)
  • Verspätete Pubertät
  • Hodenhochstand
  • Niedriger Testosteronspiegel
  • erhöhte FSH und LH-Werte im Blut

„Eine häufige Ausprägung des Klinefelter-Syndroms ist der eunuchoide Hochwuchs und entsprechend lange Armen und Beine. Man schätzt dass rund 20 Prozent der NBA Basketballspieler Klinefelter-Männer sind. Viele Betroffene sind aber vollkommen unauffällig und sowohl sozial auch als beruflich gut integriert“ (DerStandard, 2009)

Kognitive und psychische Symptome

  • Legasthenie
  • Sprach- und Lernschwierigkeiten, Wortfindung
  • Kognitive Beeinträchtigung (verzögerte Verarbeitung von Gehörtem, rasche Erregung bei plötzlichen Veränderungen, erhöhtes Frustpotential)
  • allgemeine Entwicklungsverzögerung (Reife erst im Alter von ca. 25 statt 18)
  • Aufmerksamkeitsdefizit, leicht ablenkbar durch äußere Reize (Reizfilterschwäche)

Begleiterscheinungen (Komorbiditäten)

  • Nach verschiedenen Studien entwickeln rund 40 bis 80 % der XXY-Männer zusätzlich das Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom (ADS), wobei der hyperaktive Haupttyp (ADHS) wesentlich seltener auftritt.
  • Depressionen werden in rund 70 % aller Fälle beobachtet, häufig durch unerfüllten Kinderwunsch, aber auch durch den Umgang mit Problemen, in dem diese nicht ursächlich beseitigt werden, sondern die damit verbundenen Gefühle durch Kompensationshandlungen versucht werden, los zu werden. Einen direkten ursächlichen Zusammenhang mit niedrigem Testosteronspiegel lässt sich so aber nicht feststellen, eher indirekt durch Antriebslosigkeit, verringerte Libido und Stimmungsschwankungen
  • Gegenüber der Gesamtbevölkerung treten bei XXY etwa 4 mal häufiger Schizophrenie und 6 mal häufiger Autismus auf (CEDERLÖF ET AL., 2014)

Symptome, die durch Testosteronmangel begünstigt werden, jedoch auch genetisch mitverursacht sein können

  • Antriebslosigkeit, Schüchternheit, Stimmungsschwankungen, Passivität/Scheuheit
  • Muskelschwäche, Wortfindung/Sprachfluss,  Aufmerksamkeitsdefizit

Symptome/Eigenschaften, die wahrscheinlich durch das zusätzliche X-Chromosom bedingt sind:

  • Defizite in der Sprachverarbeitung gehen mit besserer visuellen Verarbeitung einher (z.B. fotografisches Gedächtnis)
  • Zielgerichtete Aufmerksamkeit und verstärkte Detailwahrnehmung
  • Schwierigkeit, Emotionen von sich selbst und anderen richtig zu erfassen und zu interpretieren (z.b. unerfreuliche Gesichtsausdrücke und Tonmelodie)
  • Introvertiertheit, geringes Interesse an Gleichaltrigen, Leidenschaft für Details und Spezialinteressen

Quelle der Auflistung der Symptome: Psychische Aspekte des KS

Stärken von Menschen mit Klinefelter-Syndrom

  • Sensibel sein
  • kreativ
  • großer Gerechtigkeitsinn
  • Ehrlichkeit
  • guter Blick für Details, teilweise fotografisches Gedächtnis
  • Liebe zu Tieren
  • sehr konzentriert, wenn spezielle Interessen eingesetzt werden können
  • Langzeitgedächtnis
  • Ursachenforschung in diesem Blogeintrag

Bei all den genannten Studien zu psychischen Auffälligkeiten sollte man Folgendes beachten:

  • Die geringe Anzahl der teilnehmenden Probanden! Von fünf oder zehn XXY-Studienteilnehmern auf das ganze Spektrum zu schließen, ist schon sehr gewagt. Je größer die Anzahl der Teilnehmer, desto repräsentativer natürlich auch für das Spektrum! Kleinere Zahlen sind dann repräsentativ, wenn sie andere Studien bestätigen.
  • Wie findet man XXY-Männer? Die wenigsten kommen freiwillig, viele wollen sich nicht outen oder wissen gar nicht, dass sie es haben. Die meisten XXY-Probanden sind dank vor- oder nachgeburtlicher Gentests entdeckt worden, meist handelt es sich um Kinder oder Jugendliche. Gerade im Kindesalter sind Kinder jedoch nun mal generell auffällig, besonders intensiv in ihren Emotionen, und Unaufmerksamkeit oder Stimmungsschwankungen sollte man nicht gleich in bestimmte Störungen schubladisieren. Erst wenn ein gewisser Leidensdruck dahintersteckt (also wegen ADHS-Symptome der Schulabschluss in Gefahr ist oder das Kind durch Kommunikationsprobleme von Gleichaltrigen isoliert wird), sollte man handeln.
  • Wenig ist über erwachsene XXY bekannt, wovon zudem eine beträchtliche Zahl noch aus der Generation stammt, in der so etwas noch ein Tabu-Thema war und ist. Einige, die nichts von ihrer Veranlagung wissen, sind bereits in therapeutischer Behandlung, wurden mit Autismus, Schizophrenie, Borderline-Syndrom oder Depression diagnostiziert. Aber: Nur, weil jemand das Klinefelter-Syndrom hat, bedeutet das nicht, dass Persönlichkeitsstörungen ausgeschlossen sind. Umgekehrt kann die vorhergehende Diagnose durchaus eine Fehldiagnose sein.
  • Männer gehen tendenziell seltener zum Psychologen oder Therapeuten als Frauen.  Es wird also eine gewisse Dunkelziffer an XXY-Männern geben, die zwar einen Leidensdruck zeigen, sich aber aus Scham, Stolz oder auch Geldmangel nicht zum Therapeuten begeben. Die Kasse zahlt nicht alles und nicht jeder Kassentherapeut ist geeignet, oftmals gibt es lange Wartezeiten. In den USA muss ohnehin alles, einschließlich Diagnose, selbst bezahlt werden. Das trägt nicht gerade zu häufigeren Diagnosen bei. Und wer keinen Kinderwunsch entwickelt, wird ebenfalls nicht dazu gedrängt sein, sich genauer untersuchen zu lassen. Noch dazu wissen die wenigsten Therapeuten über XXY und psychische Auswirkungen Bescheid.

Weitere Symptome

Jeder Klinefelter-Verein bzw. Organisation bzw. auch medizinische Seiten listet weitere Symptome auf, z.B. die Seite der Britischen Klinefelter-Vereinigung KSA. Weitere Listen finden sich auch in den – unter Anlaufstellen – verlinkten Broschüren der amerikanischen Organisationen.

Meine persönliche Erfahrung:

Britische, Amerikanische und Niederländische Seiten listen wesentlich mehr psychische Merkmale auf, die nicht dem Testosteronmangel angelastet werden, als die meisten deutschsprachigen Seiten. Begründung: siehe 2.3.1, und weil die Länder ebenso wie Skandinavien eher auf englischsprachige Forschungsberichte zugreifen als im deutschsprachigen Raum. Gute Kenntnisse der englischen Sprache sind generell kein Nachteil, wenn man über XXY mehr herausfinden möchte. Weil man das nicht voraussetzen kann, schreibe ich viele Informationen hier auf Deutsch.

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8 Gedanken zu “Definition

  1. „Es muss hier zwischen dem Genotyp XXY und dem Phänotyp Klinefelter-Syndrom unterschieden werden, denn nicht alle Männer, die den Chromosomensatz 47, XXY aufweisen, entwickeln auch die Symptomatik eines Klinefelter-Syndroms.“

    „Schluss mit Vorurteilen: XXY ist nicht gleich Klinefelter!“

    Hast du zu diesen Aussagen bitte eine Quelle? Vielen Dank.

  2. Ja, die gibt es: http://47xxy.com/XXYorKS.htm

    „It is important to remember that not all XXYs will develop any or all of these conditions. Since your extra X is just one out of 47, you have a lot of other genetic material that affects you in a variety of ways, and the extra X can differ in genetic coding from individual to individual.“

    Im internationalen XXY-Forum, das ich unter Anlaufstellen erwähnt habe, fühlen sich Betroffene sogar brüskiert, wenn man 47,XXY und KS in einen Topf wirft. Auch bei mir finden sich einige Symptome nicht, die unter KS aufgelistet werden.

    siehe auch den ersten Absatz: http://learn.genetics.utah.edu/content/disorders/chromosomal/klinefelter/

    bzw.

    „Klinefelter’s syndrome is the symptoms of a disease, not a disease in itself. Yes 47XXY is called Klinefelter’s syndrome and it is wrong to call that karyotype by that name. It is at best an assumption that all XXY males will develop KS. “

    http://www.patient.co.uk/forums/discuss/when-is-47-xxy-not-klinefelter-s-syndrome–38295

    Paper dazu: http://www.47xxy.com/Hermes/gender%20in%20Klinefelter%20syndrome%20and%2047_XXY.pdf

  3. Die alleinige Aussage, das man der Mann eine genetische Anomalie hat, das sich KS nennt, sollte versucht werden ordentlich und exakt beschrieben zu werden. Hier ist auch Vorsicht geboten. Denn Wenn man das Klinefelter-Syndrom meint sollte versucht werden seinem Gegenüber (auch Wissenschaftlern) den dazugehörigen Chromosomensatzt (47,xxy) zu nennen. Nicht selten ist es zu Missverständnissen gekommen, weil das Kürzel KS u.a. für ganz viele andere Syndrome steht.

    Siehe hier:
    Kabuki-Syndrom (Kabuki syndrome [A]) Kallmann-Syndrom (Kallmann syndrome [A]) Kanner-Syndrom (Kanner syndrome [A]) Kaplan-Syndrom (Kaplan syndrome [A]) Karroo-Syndrom (Karroo syndrome [A]) Kartagener-Syndrom (Kartagener syndrome [A]) Karzinoid-Syndrom Kast-Syndrom (Kast syndrome [A]) Katayama-Syndrom (Katayama syndrome [A]) Katecholaminsyndrom Kauda-Syndrom Kawasaki-Syndrom (Kawasaki syndrome [A]) Keipert-Syndrom (Keipert syndrome [A]) Kelloid-Syndrom Kennedy-Syndrom (Kennedy syndrome [A]) Keratose-Syndrom Kernohan-Syndrom (Kernohan syndrome [A]) Keutel-Syndrom (Keutel syndrome [A]) Kimura-Syndrom (Kimura syndrome [A]) Kinsbourne-Syndrom (Kinsbourne syndrome [A]) Kippfenster-Syndrom Kivlin-Syndrom (Kivlin syndrome [A]) Kjellin-Syndrom (Kjellin syndrome [A]) Klein-Syndrom (Klein syndrome [A]) Klick-Syndrom Klinefelter-Syndrom (Klinefelter syndrome [A]) Kniest-Syndrom (Kniest syndrome [A]) Knobloch-Syndrom (Knobloch syndrome [A]) Kochlöffel-Syndrom König-Syndrom (Koenig syndrome [A]) Kofferath-Syndrom (Kofferath syndrome [A]) Kohlschütter-Syndrom (Kohlschütter syndrome [A]) Kommotionssyndrom Kompartmentsyndrom Kompressionssyndrom Kontusionssyndrom Konus-Syndrom Korsakoff-Syndrom [auch: Korsakow-Syndrom, auch: Korsakov-Syndrom] (Korsakov syndrome [A]) Kostmann-Syndrom (Kostman syndrome [A]) Kowarski-Syndrom (Kowarski syndrome [A]) Kozhevnikov-Syndrom (Kozhevnikov syndrome [A]) Krabbe-Syndrom (Krabbe syndrome [A]) Kramer-Syndrom (Kramer syndrome [A]) Krankheitssyndrom Krause-Syndrom (Krause syndrom [A]) Kraushaar-Syndrom Krupp-Syndrom (Krupp syndrome [A]) Kryptophthalmus-Syndrom (Kryptophthalmus syndrome [A]) Kufs-Syndrom (Kufs syndrome [A])

    Zu Besuchen bei Fachmedizinern sollte man deshalb auch seine vorhandenen ärztlichen Unterlagen mitnehmen um weitere, vielleicht schwerwiegende Falschbehandlungen auszuschließen!

  4. Ich hoffe doch, dass Männer mit 47,XXY-Chromosomensatz (und mehrzähligeren Chromosomen) beim Facharzt nicht sagen „Ich habe KS“, und der Facharzt (oder Wissenschaftler) behandelt dann eins von den aufgezählten Syndromen statt nachzufragen, was KS heißt. Das spräche nicht sehr für die Kompetenz des Facharztes, allerdings auch nicht für die eigene.

  5. Wow, jetzt gehen mir tausend Gedanken durch den Kopf! Ich, weibl., bin im AutismusSpektrum und vermute Asperger, habe eine sehr schwere Skoliose (49 Grad Krümmung) und ausserdem einen untypisch hohen Testosteronspiegel. Ich baue z.B. überdurchschnittlich schnell Muskeln auf und hatte als junge Frau einen leichten Stimmbruch! Würde mich freuen, mit dir zu diskutieren!!! LG, toller Artikel, toller Blog!

  6. Habe mir zu den Zahlen bzgl. des Auftretens nochmals Gedanken gemacht. Wenn ich das richtig durchgerechnet habe, dann gibt es ca. 40000 Fälle in Deutschland, wobei nur 4000 (10%) diagnostiert werden oder?
    Ich meine, ausgehend von der Tatsache , dass neben dem männlichen Geschlecht noch andere sexuelle Orientierungen gibt..ansonsten wäre ja die Zahl der Träger relativ hoch. Oder habe ich einen generellen Denkfehler gemacht?

  7. Hallo ich bin 48 bei der Bundeswehr jedoch nicht bei der Mustetung wurde bei mir Klinefelter diagnostiziert, seither suche ich Informationen darüber. Erst in Uni Bibliothek in englischen Medizinbüchern jetzt im Internet. Vieles hab ich gelesen. Wenig über die Gefühlswelt und Empfindungen von Betroffenen. Ich geh seit Jahren zum Psychiater und Urologen, behandelt werde ich zwar aber betreut und verstanden fühle ich mich nur schwer. Jetzt suche ich eine Psychotherapie auf, für meine Sexualität fühle mich als Hetro, aber es überkommt mich zwanghaft dann sehne mich zu männlichen Geschlechtsteilen. Wo und wie kann man Probant wetden? Danke

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