Klinische Forschung: Extra X beeinträchtigt die Wahrnehmung anderer Gedanken

Dies ist die deutsche Übersetzung des Artikels „Clinical research: Extra X impairs awareness of other’s minds“ (13. Juni 2014) von Kate Yandell. Für die beigefügte Graphik und Querverweise bitte im Originaltext nachschauen, danke.

Mädchen und Buben, die mit einem zusätzlichen X-Chromosom geboren wurden, neigen zu Schwierigkeiten, die Gedanken von anderen zu verstehen, aber aus unterschiedlichen Gründen wie autistische Kinder, so eine Studie, die am 22. März in Genes, Brain and Behavior veröffentlicht wurde.

Bei Menschen mit Autismus werden Defizite in der “Theory of Mind“ – der Fähigkeit, Emotionen, Absichten und Wünsche des anderen zu verstehen – oft von Problemen mit Sprache und Gesichtererkennung begleitet. Im Gegensatz dazu stammen die “Theory of Mind“-Defizite bei Menschen mit einem zusätzlichen X-Chromosom eher vom Unvermögen, Aufmerksamkeit zu schenken, legt die Studie nahe.

Forscher haben erst kürzlich Parallelen zwischen Autismus und Störungen mit zusätzlichem X festgestellt. Männer mit zwei X-Chromosomen und einem Y-Chromosomen haben das Klinefelter-Syndrom und haben sechs Mal häufiger eine Autismus-Diagnose als die Kontrollgruppe. Es gibt weniger Informationen über Autismus-Vorkommen in Trisomie X, der Veranlagung, bei der Mädchen drei X-Chromosmen statt zwei haben. Eine Studie mit 58 Frauen mit Trisomie X fand gar keine Autismusfälle, im Einklang mit der relativen Seltenheit von Autismus bei Frauen.

Die Forscher rekruitierten 29 Kinder mit Klinefelter-Syndrom, 17 mit Trisomie X, 56 mit Autismus und 88 aus der Kontrollgruppe, alle im Alter zwischen 9 und 18 Jahren. Sie schlossen Kinder mit intellektueller Beeinträchtigung aus. Sie prüften die “Theory of Mind“ bei den Kindern, indem sie sie darum baten, die Sichtweise von Figuren in Cartoonbildern mit begleitendem Text zu identifizieren. Die Kinder mit zusätzlicher X-Störung oder Autismus hatten alle verhältnismäßige Schwierigkeiten, das zu tun.

Vielfache kognitive Fähigkeiten sind notwendig, um die Gedanken von anderen zu erfassen, weswegen sich die Forscher fragten, ob die Kinder alle aus den gleichen zugrundeliegenden Ursachen diese Schwierigkeiten haben. Sie fanden heraus, dass bei Kindern mit zusätzlichem X-Chromosom die Performance bei den “Theory-of-Mind“-Aufgaben mit ihrer Fähigkeit, Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten, zusammenhing, was andeutet, dass ihr Mangel an Konzentration ihre Fähigkeit sabotiert, andere Gedanken zu verstehen. Kinder mit Autismus, die mit der “Theory of Mind“ Mühe haben, neigen zu Schwierigkeiten im Verständnis und Gebrauch von Sprache und Gesichtererkennung.

Schließlich schätzten die Forscher ab, ob Schwierigkeiten mit der “Theory of Mind“ häufiger bei Menschen mit zusätzlichem X-Chromosom vorkommen, wenn sie bereits frühzeitig starke Anzeichen von Autismus zeigen. Sie fanden heraus, dass dies nicht der Fall ist. Menschen mit zusätzlichem X-Chromosom zeigen häufig soziale Schwierigkeiten, aber erfüllen nicht immer alle Kriterien für Autismus.

Sophie van Rijn: Ein Chromosom: eine unterschiedliche Welt (dt.Übersetzung)

Übersetzung des Originalartikels von Sophie van Rijn – one chromosome: a world of difference (2008)

Kinder mit einer Geschlechtschromosomenabnormalität sollten so frühzeitig wie möglich diagnostiziert werden. Dafür setzt sich Veni-Gewinner Sophie van Rijn ein. Derzeit bleibt die Veranlagung (Anmerkung: die medizinische Bezeichnung condition ist neutraler gefasst als disorder = Störung) oft unbemerkt, was das Risiko fördert, dass sich kognitive (= Wahrnehmungs-,) und soziale Probleme unnötig aufstauen.

Ein Chromosom zu wenig oder zu viel

Geschlechtschromosomenauffälligkeiten treten regelmäßig auf.  In den Niederlanden haben 1 von 600 Buben als Folge eines Genfehlers ein extra X-Chromosom (Klinefelter-Syndrom) und 1 von 2000 Mädchen ein X-Chromosom zu wenig (Turner-Syndrom). Viele dieser Kinder zeigen Störungen in ihrer sozialen Entwicklung, ähnlich zu Kindern mit Autismus. Ihr soziales Handicap ist sehr subtil und wird daher nicht immer erkannt. ‚Viele entdecken erst im späten Alter, dass sie das Klinefelter- oder Turner-Syndrom haben‚, so Van Rijn.

Soziales Handicap

Das ist schade, sagt die Leidener Neuropsychologin, da sich dann die Störung in der sozialen Entwicklung bereits ausgewirkt habe.  Während ihrer PhD-Forschung studierte sie erwachsene Männer mit Klinefelter-Syndrom.‘ Viele dieser Männer übersehen unmerkliche soziale Signale,‘ erklärt Van Rijn. ‚Sie können beispielsweise lange über etwas reden, ohne vom Gesicht des Gegenübers zu bemerken, dass dieser das Interesse ab einem bestimmten Punkt verloren hat. Dies kann es für sie erschweren, Freundschaften zu schließen und gute Beziehungen zu Arbeitskollegen aufrechtzuerhalten. Das kann zu psychologischen Problemen führen, etwa zu Depressionen oder Angststörungen.‘

Früh intervenieren

Diese Auswirkungen können vermutlich vermieden werden, wenn die Veranlagung im jungen Alter entdeckt wird,‘ meint Van Rijn. ‚ Wenn Du weißt, dass ein Kind unter dem Klinefelter- oder Turner-Syndrom leidet, kannst Du ihm oder ihr zuhause und in der Schule entsprechende Unterstützung bieten. Das verhindert, dass sich Probleme aufschaukeln.

Herausforderung

Derzeit ist sehr wenig über die zugrundeliegenden Mechanismen bekannt, die zu gestörtem Sozialverhalten unter Kindern mit Geschlechtschromosomenauffälligkeiten führen. ‚Das ist eine gute Herausforderung für mich als Forscherin,‘ sagt Van Rijn. ‚Wenn wir besser verstehen, was bei den Kindern falsch läuft, können wir künftig frühzeitiger eine Diagnose stellen und unsere Unterstützung anpassen, damit sie deren besonderen Bedürfnissen gerecht wird.‘

Zugrundeliegende Mechanismen

Eine Menge Forschung wurde bereits in Autismus gesteckt. Da Klinefelter- und Turner-Syndrom ähnliche Symptome wie ihr besser bekannter Kollege Autismus aufweisen, im breiten Spektrum der Entwicklungsstörungen, ist die Versuchung groß, gleiche zugrundeliegende Mechanismen anzunehmen. Gemäß van Rijns sind diese Schlussfolgerungen vorläufig. ‚Es gibt viele Gründe, weshalb Kinder Schwierigkeiten in sozialen Situationen haben können. Frühere Forschung unter Erwachsenen hat gezeigt, dass Menschen mit Klinefelter-Syndrom Schwierigkeiten haben, Sprache zu verarbeiten, während Menschen mit Turner-Syndrom im sozial-räumlichen Bereich hinterherhinken.  Dieses Forschungsfeld möchte ich mit meinem Veni-Zuschuss verfolgen. Ich will die unterschiedlichen Aspekte auswerten, die zu sozialen Handicaps führen können.‘

Einen Blick ins Gehirn werfen

Um das zu erreichen, wird Van Rijn auch in das Gehirn schauen. Mit der Verwendung der neuesten neuro-bildgebenden Verfahren wird sie dazu in der Lage sein, zu sehen, welche Gehirnareale aufleuchten, wenn soziale Information verarbeitet wird. Sie will beispielsweise untersuchen, was im Gehirn vorgeht, wenn Kinder mit Klinefelter- oder Turner-Syndrom Gesichtsausdrücke erkennen sollen. Diese Kinder werden dafür unterschiedliche Strategien gebrauchen – linguistisch oder visuell -, was unterschiedliche Gehirnareale aktiviert.

Spezielles Training

Sollte dies tatsächlich der Fall sein, bietet es einige Perspektiven zur Anleitung für diese Kinder. Van Rijn: ‚Ein Kind mit Geschlechtschromosomenauffälligkeit braucht spezielle Aufmerksamkeit für seine Stärken und Schwächen. Einem Kind mit Klinefelter-Syndrom kann beispielsweise geholfen werden, mit sozialen Situationen umzugehen, indem diese durch Verwendung von Bildern und anderen Formen der visuellen Unterstützung erklärt werden. Dies kann besser funktionieren als eine verbale Erklärung.‘ Manche Kollegen von Van Rijn arbeiten derzeit an der Entwicklung verschiedenster kognitiver Trainingsprogramme, deren Effektivität sie an verschiedenen Gruppen von Kindern testen werden. Dies würde eine stärker fokussierte und effektivere Beratung für Kinder mit sozialen Problemen ermöglichen.

Fortschrittlich

Van Rijn’s Forschung ist nicht nur im praktischen Sinn fortschrittlich; es ist auch ihr Denkstil, der unerforschtes Gebiet betritt. ‚ In der Tat drehe ich klassisch klinisches Denken um‚, sagt Van Rijn. ‚Ich stecke kein Etikett auf besondere Verhaltenssymtpome und untersuche diese dann.  Stattdessen starte ich mit der Ursache, einem Gendefekt, der leicht zu begründen ist, und schaue dann, was dessen Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns und des Verhaltens sein könnten.‘

Je früher, desto besser

Diese Auswirkungen sind nicht im Voraus zementiert und können individuell verschieden sein, betont Van Rijn. ‚Eine Person mit einer Geschlechtschromosomenanomalie ist nicht dazu verdammt, mit großen Problem durchs Leben zu gehen. Weil Probleme eine genetische Ursache haben können, bedeutet das nicht, dass sie unvermeidbar und unveränderlich sind. Mit der richtigen Unterstützung durch das Umfeld kann den Kindern in ihrer Entwicklung geholfen werden. Je früher, desto besser.

Verpasste Gelegenheit

Um diese Unterstützung anbieten zu können, ist eine frühzeitige Diagnose unverzichtbar. Van Rijn findet es daher bedauerlich, dass es derzeit keinen Standardcheck auf Geschlechtschromosomen in Neugeborenen gibt. Eine verpasste Gelegenheit, so der Veni-(Subventions)-Gewinner. ‚Du kannst nicht ein extra X-Chromosom wegnehmen und Du kannst kein fehlendes X-Chromosom ersetzen, aber Du kannst einen positiven Einfluss auf die Auswirkungen dieser Veranlagung nehmen. Warum sollten wir uns selbst diese Gelegenheit vorenthalten?

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Die letzten Forschungsergebnisse von Sophie van Rijn können in meiner Literaturliste abgerufen werden, u.a.

  • Van Rijn et al, Psychophysiological Markers of Vulnerability to Psychopathology in Men with an Extra X Chromosome (XXY), PLoS ONE, 6(5): 2011 (Volltext)
  • van Rijn et al., Vulnerability for autism traits in boys and men with an extra X chromosome (47, XXY): The mediating role of cognitive flexibility, Journal of Psychiatric Research, 2012, 46, 1300-1306 (Volltext)
  • van Rijn et al., Neural systems for social cognition in Klinefelter syndrome (47,XXY): evidence from fMRI, SCAN (2012) 7, 689-697 (Volltext)
  • van Rijn et al., Social attentation, Affective Arousal and Empathy in Men with Klinefelter Syndrome (47,XXY): Evidence from Eyetracking and Skin conductance, PLoS One, 2014, 9 (1): e84721 (Volltext)

Why here?

Gonna write this text in english because it allows me to express my thoughts in a non-flowery way. As I created this blog, I did not intend to take something away from existing Klinefelter’s associations and groups in Germany and Austria. I just did not feel represented by them as I could not find evidence for similar awkward behavior and lack of communication skills.  Next problem is that I have difficulties just to phone someone or go to a place with completely unknown people. That’s irony since XXY men generally tend to be shy and anxious. I prefer the possibility to write eachother in the first place, and then meet vis-à-vis. Therefore, I also prefer a blog or forum for mutual exchange. It let you also think about answers and does not stress so much like in a face-to-face conversation.

Another reason for this blog has been the general lack of any information about possible connections between 47,XXY and autism phenotype. Regarding advice for social communication skills and interaction in everday life, it does not really matter to me whether underlying mechanisms may differ in some parts of this condition. In a scientific way, it is important but I will address to it separately. It is also a separate question concerning testosterone replacement therapy. That is especially tricky given gender identity issues and replacement is not suited for everyone with 47, XXY genotype.

Main reason for me to explore in the broad field of autism spectrum is that thought patterns seem to be similar for at least some XXY men. There are many boys and some adults diagnosed with autism and then Klinefelter’s or vice-versa. Even if the doctor may correct his diagnosed from autism to Klinefelter’s, behavior obviously fits into autistic traits. Why not apply all information and guidebooks about autism to Klinefelter’s? I am going to translate some helpful information suited for children with XXY which I found on the British Klinefelter’s association. Moreover, I will keep you update about latest studies about Klinefelter’s and autism and additional information concerning behavioral issues.  If you’re living fine with Klinefelter’s and don’t have any problems, just skip it. If you don’t have communication problems, be lucky and and skip it, too. Perhaps, testosterone replacement therapy will be sufficient then and no further help is necessary. Otherwise feel free to comment on this blog and share your experiences. The big number of undiagnosed XXY men tells me it is necessary to explain the public, to initiate information campaigns, to involve employers and (school) authorities. I’m definitely not the guy who is willing to just live with it. I’d like to inform and to share my knowledge.

On the other hand, I’m also confronted with clichés about autism, about misuse in newspapers and about prejudice by others. I tend to solidarize with other autists as I share similar thoughts, e.g. about awkward communication and behavior, special interests, be fixed to routines and and sensory overload (especially noise). However, in an environment where only clichés about autism dominate starting with savant abilities and ending up with people who cannot live alone,it appears difficult to disclose your condition. Again I want to stress out that not all men with XXY are included in the autistic spectrum but prevalence is much higher than in average population without chromosome disorders.

To end the sermon – I never stopped being a dedicated scientist seeking for answers and I will never stop asking questions but continue to question statements made decades ago.

Knowledge is Strength/Wissen ist Macht

Der Weg ist noch lang, um zu enthüllen, was sich unter meiner Persönlichkeit verbirgt. Zerstreuung hat für mich eine andere Bedeutung als für Gleichaltrige. Erholung kann sowohl Entspannung, Nichtstun oder sich zerstreuen sein. Für mich ist Zerstreuung kreativ sein. Ich liebe es, Wanderpläne zu schmieden, zu fotografieren oder einfach herumzugehen und Streetfotos zu machen. Der entspannende Teil danach ist die Bearbeitung und Verbesserung der Bilder. Ich kann das mehrere Stunden ohne Unterbrechung machen. Wanderberichte schreiben ist ebenso eine Möglichkeit abzuschalten. Ein gemeinsamer Schnittpunkt nahezu all meiner Freizeitinteressen ist die Forschung. Nicht nur Wandern, Landschaften oder Streetfotografie, sondern auch Architektur und ein Blog wie dieser. Ich liebe es, Muster zu identifizieren, historische Daten herauszusuchen, Geschichte selbst zu lesen und Verbindungen zu verstehen. Der Grund für diesen Blog war, dass ich nicht alle Aspekte meiner Persönlichkeit im sogenannten Klinefelter-Syndrom wiederfinden kann, das – wie ich heute glaube – nur die körperlichen Eigenschaften beschreibt, während Komorbiditäten die resultierende Persönlichkeit erklären, und eben nicht nur Defizite, sondern auch Stärken.

Forschen und Informationen sammeln, die eine große Bandbreite abdecken, ist der entspannende Teil meiner Freizeitaktivitäten. Befriedigung kommt auf, wenn ich in der Lage bin, diese Informationen in verständliche Artikel zu komprimieren. Ich denke, da ist nichts falsches daran, wenn sich jemand dadurch entspannt, in der Welt der Wissenschaft und Forschung versunken zu sein. Es bedeutet lediglich, seine Schwächen und Stärken in eine angemessenere Beziehung zueinander zu setzen, was nicht mir einem selbst, sondern auch anderen weiterhilft.

Meine neueste Forschung widmete sich der Reizüberflutung bei XXY-Männern, wo ich versucht habe, mehr über Reizfilterschwäche (Überreizung durch Informationen, unabhängig davon, ob es sich um sensorische Reize oder um verbale/schriftliche Informationen handelt) herauszufinden.

Mich interessiert es sehr, ob es mehr XXY-diagnostizierte Männer gibt, die unter Reizüberflutung leiden, z.B. durch Hintergrundlärm, Verkehrslärm, Menschengruppen und einem Gespräch folgen, wenn Hintergrundlärm vorhanden ist. Habt ihr auch weitere sensorische Reizüberflutungen, etwa durch Hitze/Kälte, Schmerz, Licht, Stoff, etc?

Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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It’s a long way to go. To reveal the complexity beneath my personality. Distraction has a different meaning for me compared with peers. Recreation could be the result of relaxing, doing just nothing or just for distraction. For me, distraction is creativity. I love making hiking plans, I love photography, just walking around and shooting street photos. The relaxing part thereafter is editing and improving pictures. I am able to edit several hours in a row. Writing hiking reports is recreative, too. One sharing part of nearly all of my freetime interests is research. Not only with hiking, landscape or street photography but also with architecture and a blog like this one. I just like to look for patterns, historical dates, history itself and understand connections. The reason for this blog is I could not discover all aspects of my personality in so-called Klinefelter’s syndrom which – I believe now – only describes a physical condition while comorbidities might explain the subsequent personality, not only deficits but also strengths.

Research and collecting information covering a wide range of topics is the recreative part of my spare-time activity. Satisfaction arises when I am able to condense that information into comprehensible articles.  I think there is nothing wrong when someone’s recreation expresses  as being immersed in the world of science and research. It’s just the power to put deficits and strengths in a more appropiate relationship eventually help for himself and others.

My latest research addressed to sensory overload issues with XXY males, where I tried to find answers to the question of reduced sensory gating (overload of incoming information irrespective of sensorial impulses or verbal/written information). I would be glad to know if there are more XXY-diagnosed men experiencing sensory overload like difficulties with background noise, traffic noise, groups of people and listening while there is background noise.
Do further sensory impulses exist like sensitivity to temperature, pain, light, textures, etc.?

Feel free to comment below this article!

Discovering myself

Since I know there is much more about this additional X-chromosome than testosterone deficit, three months are gone and now I see myself with different eyes.

That new episode of life startet with a scientific paper which I luckily received in full text form. I always had a suspicion being different. I also could not recognize myself in many symptoms of  Klinefelter’s diagnosis. However, I had trouble putting words to it. Of course, I noticed all over the years not getting ahead. Communication has often been doomed to failure. Difficulties arose when I expressed feelings, especially expressing them in a way to be understood. Reluctance to be interested in what peers do and talk about. I also think about assets going beyond the line which would be typical for peers but occasionally became obsessive.

I always occupied myself in an excessive way. Hours and hours, several days. Social contacts became secondary. Better writing another case study to a scientific event, putting another paper on the website. I loved exhaustively researching, spending much time although it was not demanded by my professors during studies. I always did much more for topics I was interested in. I came out of my shell and contacted even external teachers because I liked writing, I enjoyed realizing my english language knowledge.

Feedback encouraged me to continue. It’s the main reason I don’t have much respect to write e-mails to psychologists, physicians and geneticists, just by chance, as most of them will answer.
I realized my strengths by creating two wonderful websites providing a compendium of my special interest which is divided in several subinterests. I could fill books with it.

That passion of writing and irrepressible urge to inform is an important part of myself I cannot exclude. It is not what is commonly accepted for Klinefelter’s syndrome: „Learning difficulties, dyslexia, …“ In contrast, I read since I think and I write since I read. If I were able to set up dialogues, I would have become a professional writer. Sadly I could never imagine how a typical dialogue looks like as I was not able to take the other one’s perspective. Theory of mind – again and again putting a spoke in my wheel. Anyway, my passion to write did not lessen, it rather shifted from fiction to describing everyday life which is exciting enough instead of creating fictional stories.

The result of my IQ test in childhood suggested skills in natural science and weakness in language. In fact, my grades revealed the opposite. My processing time in nature science was too slow to keep up with peers, to solve problems – at least I suppose it now. In contrast, I felt comfortable with languages. I was the only man choosing french (instead of english) for intensive course. Speech has been much more difficult than writing and reading. Logical sentences. I was good in vocabulary. I also taught myself Latin, I read in an old (1970) dictionary for foreign words at home. I learn dialects quite fast, I understand them, I become familiar with the figures of speech and special vocabulary.

I have lots of fun with it and I found a text which took the words right of my mouth: It has been so relieving just to be understood. I have written so much about it without knowing why. The ability to learn languages rapidly but also the necessity to imite other people. I tend to do it too often, though, to send in the frequency of the counterpart instead in my own one.

Each week I am able to put another piece of the puzzle together, another mystery in childhood is illuminated. I cannot fade out days with anger due to the lack of skills to deal with other people, irrespective of a bunch of total strangers  releasing a flight instinct (save being drunk enough, like during a concert) or people being close to me. So it is not necessarily sufficient to know the cause for some behaviour. To know the reason is not the solution at the same time. It is not easy to outthink your mind. Rational thinking is freezing.

You do it because you have something and it leads… ok, that’s a statement, so what? I try to get rid of cursing about what still is not working, but rather try to distract me. I want clarity. My thoughts are free. My environment is inclined to say „you go completely overboard for the idea of any association of Klinefelter’s syndrome with autism!“ For me, however, it’s a feeling like a childs curiousity during first moon landing. Curious about what happens actually and to make a question time out of it.

My question time grows into a period of three months. Since my first contact with the fundamentals of Klinefelter’s and beyond the known facts, my research shed light into the darkness, revealed the basics of something I did not expect. Despite the fact it confirmed a gut feeling much more has been released lying under the surface for a very long time.

As usual I am rational in-depth, despite acting very touchy-feely to the environment. And I’m asking myself: Why? What are the effects of this lack of testosterone in my body, was does it mean to have an additional X chromosome?`Why is my amygdala smaller than with men having typical 46, XY karyotype? How does this bunch of hormones, genes and brain activity interact?

While I’m reading mainly scientific papers published in the recent couple of years, I’m still at the beginning. Suddently, my interest is as big as with my first special interest influencing my life for about 23 years.

For which reason should I stop this search? I act rationally, I know what I do NOT have. I also suppose many XXY men exhibit atypical autism traits if classified with autism spectrum disorder at all. Less manierisms, less stimming, less routines. However, I do NOT know that! As I contacted other XXY men in the first place, I did not know anything about behavorial issues! Autism was something special known from the unluckily stereotyping film Rain Man. So I did not recognize or payed attention to their behaviour. I was not even able to recognize myself in their biography.

In any case, dealing excessively with my life, my being and my underlying genes is a strong feeling of relief, like a whole rock breaking. Every light-bulb moment encourages my self-conciousness to take the bulls by the horns, stepping forward into the public. What could hurt me know? I know why, I work actively against my weaknesses. I DO something.  What else does someone want to blame me for?

Tage, in denen nichts vorangeht

Manchmal fehlt die Zeit, die Freizeit, das Ausgeschlafen sein, die Klarheit im Kopf, um Erlebtes zu reflektieren. Der Kopf ist prall gefüllt mit Erfahrungen, aber sie können nicht ins Reine gebracht werden. Das sind Phasen, in denen ich einen Overload bekomme. Ich mag dann die Kommunikation selbst bestimmen. Online kommunizieren geht, aber offline nicht mehr. Sätze ohne Sinn und Zusammenhang werden dann noch ausgestoßen. Schwarzmalerei. Das ist kein Zustand, um Ratschläge entgegenzunehmen, ebenso wenig, um Entspannung zu finden oder Pläne für die Freizeit zu schmieden. Es geht nichts voran, ich hangele mich voran bis zur nächsten Schlafphase. Hoffe, den Tag zu überstehen, ohne wieder etwas Unbedachtes auszustoßen, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen, ohne impulsiv und kopflos alle zu enttäuschen, die zu mir halten. Früher hätte ich munter weitergemacht. Jetzt erkenne ich: Ich brauche diese Rückzugsphasen, es ist besser so. Zuerst mit sich ins Reine kommen, dann darf die rationale Denkmaschinerie wieder übernehmen.