XXY mit verschiedenen Absichten

Eine Angehörige eines XXY-Betroffenen ließ mir heute diese E-Mail zukommen, die ich mit ihrer ausdrücklichen Einverständniserklärung nachfolgend veröffentliche:

Es wurden anonyme Drohungen gegen mich ausgesprochen, ganz zu schweigen von übler Nachrede…. ich konnte keinen greifen, und für eine Anzeige hat es nie gereicht.
So ist meine „Pause“ entstanden, in welcher ich hin und her überlegt habe, wie ich mein zusammengetragenes Material publik machen kann, ohne jemandem auf die Füße zu treten, oder den Zorn der Götter auf mich zu lenken.
Dabei geht es mir ähnlich wie dir – das halbseidene Wissen aus den 80er und 90er Jahren zu hinterfragen, Erfahrungen anderer Betroffener miteinander auf einen Punkt zu bringen, denen über den Mund zu fahren, die solche Behauptungen, wie die Neigung zu erhöhter Kriminalität am Leben erhalten, ebenso die kleinlaut zu bekommen, die mit der Verabreichung von Testosteron die Behandlung abhaken, ganz besonders die, die in etlichen Jahren nicht einen Hormonstand kontrolliert haben.
Etwas bewegen wollen, darauf aufmerksam machen, dass die Medizin weit hinten geblieben ist, dagegen anzugehen dass solche Dinge geschehen, wie sie dich gerade ereilen, dass Erfahrungsberichte von Betroffenen ernst genommen werden, denn wer sollte es besser fühlen, erfahren, als Betroffene selbst…
boah… mir geht gerade der Hut hoch… :-)
Ich gehöre ebenfalls zu denen, die alles hinterfragen, die nicht das Tuch des Schweigens über etwas ausbreiten, nur weil es bequemer ist. Wenn kein Umdenken stattfindet, sind die kleinen Jungs von heute in 40 Jahren vor dem gleichen Problem, wie die gestandenen Mittelalter-Männer heute: bei quasi „point zero“
Wir sind ja so toll und so fortschrittlich.
Ach ich vergaß, vielleicht treibt man ja in der nahen Zukunft alle Babys mal rein vorsorglich ab, alle die nicht die Norm erfüllen…
(kennst du den Film Equilibrium? – so weit ist die Menschheit eigentlich gar nicht davon entfernt)
Mach weiter, lass‘ dich nicht entmutigen.
Alles was du und ich zusammengetragen haben und vielleicht noch zusammentragen werden geht Ottonormalverbraucher ohnehin am Allerwertesten vorbei. Jemand, der nicht zumindest im Umfeld mit dem X konfrontiert wird, wird die Augen und Ohren ohnehin verschlossen haben…

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