Taking the Aspie quiz (version 3)

Your neurodiverse (Aspie) score: 151 of 200
Your neurotypical (non-autistic) score: 53 of 200
You are very likely neurodiverse (Aspie)

poly12e.php

Currently, final version 3 is only available with english questions. However, I got similar points with previous versions, so there seems not to be a striking difference between each version.

What about your score?

Strengths and Talents in XXY

Media reports, specialists and support groups mainly talk about testosterone deficit, resulting infertility and further physical effects of Klinefelter’s syndrome. I found several anecdotal evidence as well as rare neuroimaging studies suggesting that the additional X chromosome could also lead to strengths and talents in XXY. Core theme of this article will be the different types of thinking presented in Temple Grandins book „The Autistic Brain“. Weiterlesen

Zweites Kapitel „Gehirnforschung“ (Temple Grandin)

Im zweiten Kapitel widmet sich Grandin den neuen technischen Errungenschaften der Gehirnforschung, von denen sie selbst viel profitiert hat, kommen dadurch die spannenden Scans ihres Gehirns zustande, dessen visueller Bereich 400 % größer ist als der von Kontrollpersonen.

Es gibt zwei Arten von bildgebenden Scanverfahren (MRI, Magnet Resonanz Imaging):

  • Das strukturelle MRI zeigt den anatomischen Aufbau innerhalb des Gehirns.
  • Das funktionale MRI zeigt dessen Funktionsweise als Reaktion auf sensorische Reize, oder wenn eine Person eine Aufgabe ausführt.

Dabei wird der Blutstrom im Gehirn nachverfolgt, der die Nervenaktivität misst. Mehr Aktivität benötigt mehr Blut.

Problem: MRIs können nicht zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden.

Kurz wird auch angerissen, welcher Teil des Gehirns für die Exekutivfunktionen zuständig ist: der prefrontal cortex, der sich vor dem Frontallappen (frontal lobes) befindet und Teil des cerebral cortex ist. Dieser ist in vier Bereiche mit folgenden Zuständigkeiten unterteilt:

  • frontal cortex: Begründung, Ziele, Emotionen und Urteil
  • parietal cortex: sensorische Information und Zahlenverarbeitung
  • occipital cortex: Verarbeitung visueller Informationen
  • temporal cortex: akustischer Teil – Verfolgung von Zeit, Rhythmus und Sprache

Ein kleineres Cerebellum verursacht Defizite in der motorischen Koordination.

Temple Grandins Angststörung ist durch eine deutlich vergrößerte Amygdala verursacht, die ihr etwa den Schlaf raubt, wenn sie menschliche Stimmen hört, etwa wenn sich Studenten auf dem Parkplatz unter ihrem Schlafzimmerfenster unterhalten. Allerdings weist nicht jeder Autist eine vergrößerte Amygdala auf.

Weitere Einschränkungen der Deutung der MRI:

Die Normalität im autistischen Gehirn ist die Regel, nicht die Ausnahme (95%), anatomisch sind autistische Gehirne normal.

Das neurotypische Gehirn zeigt etwa erhöhte Aktivität des right temporoparietal junction (RTJ) bei direktem Blickkontakt, während das autistische Gehirn erhöhte Aktivität des RTJ zeigen, wenn Blickkontakt vermieden wird, oder anders ausgedrückt: Nichtautisten fühlen sich wohl, wenn Blickkontakt hergestellt wird, während Autisten sich wohlfühlen, wenn Blickkontakt vermieden wird.

Gleiches Verhalten kann auf unterschiedliche Gehirnstrukturen zurückgehen [vgl. hierzu die Studie über „Theory of Mind“-Defizite von XXY und Autisten, die gleiches (autistisches) Verhalten zeigen, aber demzufolge auf unterschiedliche Prozesse im Gehirn zurückzuführen sein könnten].

Eine vergrößerte Amygdala bedeutet nicht zwangsläufig Autismus.

Frühzeitiges Eingreifen bei autistischen Kindern ist deswegen von Bedeutung, weil das Gehirn im frühkindlichen Alter noch hochempfänglich für eine Neuverkabelung ist.

Grandin hilft das Wissen um ihre strukturellen Veränderungen des Gehirns, dass sie weiß, woher Ängste kommen. Das zaubert Ängste zwar nicht weg, aber zu wissen, wo sie herkommen, nimmt das Unbehagen.

Ein allgemeiner Satz über Wissenschaft:

  1. Informationen sammeln (z.B. Gehirnscans)
  2. eine Hypothese aufstellen
  3. eine Vorhersage machen, die man verifizieren kann

Kleinkinder zeigen im Alter von 0 bis 1 verbales und motorisches Brabbeln:

  • verbal: Geräusche machen, um zu hören, wie sie klingen (bezieht sich auf Hören, Sprechen)
  • motorisch: Handbewegungen, um diese zu sehen

Im Alter von 1 bis 2 sagen Kleinkinder einzelne Wörter, ab jetzt entstehen Verbindungen zwischen verbalen und motorischem Brabbeln. Bei autistischen Kindern fehlt diese Verbindung, sie kompensieren sie, indem andere Gehirnareale mehr Nervenfasern ausbilden, in Grandins Fall der visuelle Bereich („thinking in pictures“).

In so einem Fall kann die Brabbelphase normal ablaufen, aber die Sprachentwicklung verzögert sich in weiterer Folge. Bisher handelt es sich aber noch um eine Hypothese des US-Psychologen Walter Schneider, der mit HDFT arbeitet (High Definition Fiber Tracking).

Wissenschaft schreitet oft voran, wenn neue Technologien erfunden werden. Grandin vergleicht den Fortschritt in der Gehirnforschung mit dem des Teleskops unter Galileo, man könnte es „Mindoscop“ nennen.

fMRI hat die entscheidende Einschränkung, dass sie nicht die vollständige Bandbreite von Aktivitäten erfassen kann, man muss für längere Zeit still liegen bzw. den Kopf stillhalten.

Lange Zeit hat man vermutet, dass Kurzstreckenverbindungen im Gehirn mit dem Alter schwächer werden und sich Langstreckenverbindungen verstärken. Die Ergebnisse verschwanden, als Bewegung berücksichtigt wurde. 5 Jahre bahnbrechende Erkenntnisse waren bloß ein Artefakt. Speziell Autisten und ADHSler haben die größte Schwierigkeit, stillzuhalten, insofern ist das mit den Testpersonen eines fMRI fragwürdig, welche Schlussfolgerungen man daraus ziehen kann.

fMRI hat von der Auflösung weiterhin nur die Möglichkeit, großräumige Aktivität sichtbar zu machen. Für kleinräumigere Aktivitäten ist die Wissenschaft noch nicht ausgereift genug, und könnte es niemals sein.

Statistische Aussagekraft der Studien aus der Literaturliste

Gegenüberstellung der Anzahl der

  • 47,XXY-Teilnehmer (XXY),
  • Männer mit normalen Chromosomensatz (Kontroll) sowie
  • Sonstige bzw. weitere Gruppen (z.B. 47,XYY, 47,XXX, etc…)

Liste wird laufend ergänzt, Stand, 20. August 2014

Titel XXY Kontroll Sonstige
Lubienski A. et al, Evaluation of cognitive, affective and relation skills of adolescents treated with testosterone for 47 XXY Klinefelter syndrome 8!    
Patwardhan A.J. et al., Reduced Size of the Amygdala in Individuals with 47,XXY and 47,XXX Karyotypes 10 10 10 47,XXX
Ratcliffe SG et al, Prenatal testosterone levels in XXY and XYY males 20 29  
Ross J.L. et al, Behavioral and Social Phenotypes in Boys with 47,XYY Syndrome or 47,XXY Klinefelter Syndrome, 82 50 26 47,XYY
Samplaski MK et al., Phenotypic Differences in mosaic Klinefelter patients as compared with non-mosaic Klinefelter patients 86    
Tartaglia NR et al., Attention-deficit hyperactivity disorder symptoms in children and adolescents with sex chromosome aneuploidy: XXY, XXX, XYY and XXY 56   insgesamt 111
Van Rijn et al, Psychophysiological Markers of Vulnerability to Psychopathology in Men with an Extra X Chromosome (XXY) 14 15  
Bruining H et al., In search for significant cognitive features in Klinefelter syndrome through cross-species comparison of a supernumary X chromosome 34 90  
Bryant Daniel M. et al., Neuroanatomical Phenotype of Klinefelter Syndrome in Childhood: A Voxel-based morphometry study 31 36  
Skakkebaek A. et al., Neuropsychology and brain morphology in Klinefelter syndrome – the impact of genetics 73 73  
Skakkebaek A. et al., Neuroanatomical correlates of Klinefelter syndrome studied in relation to the neuropsychological profile 65 65  
Bishop D.V.M. et al., Autism, language and communication in children with sex chromosome trisomies 19   58 XXX, 58 XYY
Brandenburg-Goddard MN. et al., A comparison of neural correlates underlying social cognition in Klinefelter syndrome and autism, 14 19 17 Autisten
Bruining H. et al., Psychiatric Characteristics in a self-selected sample of boys with Klinefelter Syndrome 51    
Cederlöf M. et al., Klinefelter syndrome and risk of psychosis, autism and ADHD 860 86 000  
Cordeiro L. et al., Social Deficits in Male Children and Adolescents with Sex Chromosome Aneuploidy: A comparison of XXY, XYY and XXYY syndrome 102   40 XYY, 32 XXYY
Van Rijn S. et al., Social Behaviour and autistic traits in a sex chromosomal disorder: Klinefelter (47 XXY) syndrome 31 20/24  
Van Rijn et al., Vulnerability for autism traits in boys and men with an extra X chromosome (47, XXY): The mediating role of cognitive flexibility 71 61  
Van Rijn et al., Neural systems for social cognition in Klinefelter syndrome (47,XXY): evidence from fMRI 13 18  
Van Rijn et al., Social attentation, Affective Arousal and Empathy in Men with Klinefelter Syndrome (47,XXY): Evidence from Eyetracking and Skin conductance, 17 20  
Van Rijn et al., Social cognition and underlying cognitive mechanisms in children with an extra X chromosome : a comparison with autism spectrum disorder 29 88 17 Mädchen mit Trisomie X, 56 Autisten

Grundsätzliche Schlussfolgerungen: 

Je größer die Zahl der Teilnehmer, desto aussagekräftiger die Schlussfolgerungen der jeweiligen Studie. Entscheidend ist vor allem die Zahl der Klinefelter-Teilnehmer.

Klinische Forschung: Extra X beeinträchtigt die Wahrnehmung anderer Gedanken

Dies ist die deutsche Übersetzung des Artikels „Clinical research: Extra X impairs awareness of other’s minds“ (13. Juni 2014) von Kate Yandell. Für die beigefügte Graphik und Querverweise bitte im Originaltext nachschauen, danke.

Mädchen und Buben, die mit einem zusätzlichen X-Chromosom geboren wurden, neigen zu Schwierigkeiten, die Gedanken von anderen zu verstehen, aber aus unterschiedlichen Gründen wie autistische Kinder, so eine Studie, die am 22. März in Genes, Brain and Behavior veröffentlicht wurde.

Bei Menschen mit Autismus werden Defizite in der “Theory of Mind“ – der Fähigkeit, Emotionen, Absichten und Wünsche des anderen zu verstehen – oft von Problemen mit Sprache und Gesichtererkennung begleitet. Im Gegensatz dazu stammen die “Theory of Mind“-Defizite bei Menschen mit einem zusätzlichen X-Chromosom eher vom Unvermögen, Aufmerksamkeit zu schenken, legt die Studie nahe.

Forscher haben erst kürzlich Parallelen zwischen Autismus und Störungen mit zusätzlichem X festgestellt. Männer mit zwei X-Chromosomen und einem Y-Chromosomen haben das Klinefelter-Syndrom und haben sechs Mal häufiger eine Autismus-Diagnose als die Kontrollgruppe. Es gibt weniger Informationen über Autismus-Vorkommen in Trisomie X, der Veranlagung, bei der Mädchen drei X-Chromosmen statt zwei haben. Eine Studie mit 58 Frauen mit Trisomie X fand gar keine Autismusfälle, im Einklang mit der relativen Seltenheit von Autismus bei Frauen.

Die Forscher rekruitierten 29 Kinder mit Klinefelter-Syndrom, 17 mit Trisomie X, 56 mit Autismus und 88 aus der Kontrollgruppe, alle im Alter zwischen 9 und 18 Jahren. Sie schlossen Kinder mit intellektueller Beeinträchtigung aus. Sie prüften die “Theory of Mind“ bei den Kindern, indem sie sie darum baten, die Sichtweise von Figuren in Cartoonbildern mit begleitendem Text zu identifizieren. Die Kinder mit zusätzlicher X-Störung oder Autismus hatten alle verhältnismäßige Schwierigkeiten, das zu tun.

Vielfache kognitive Fähigkeiten sind notwendig, um die Gedanken von anderen zu erfassen, weswegen sich die Forscher fragten, ob die Kinder alle aus den gleichen zugrundeliegenden Ursachen diese Schwierigkeiten haben. Sie fanden heraus, dass bei Kindern mit zusätzlichem X-Chromosom die Performance bei den “Theory-of-Mind“-Aufgaben mit ihrer Fähigkeit, Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten, zusammenhing, was andeutet, dass ihr Mangel an Konzentration ihre Fähigkeit sabotiert, andere Gedanken zu verstehen. Kinder mit Autismus, die mit der “Theory of Mind“ Mühe haben, neigen zu Schwierigkeiten im Verständnis und Gebrauch von Sprache und Gesichtererkennung.

Schließlich schätzten die Forscher ab, ob Schwierigkeiten mit der “Theory of Mind“ häufiger bei Menschen mit zusätzlichem X-Chromosom vorkommen, wenn sie bereits frühzeitig starke Anzeichen von Autismus zeigen. Sie fanden heraus, dass dies nicht der Fall ist. Menschen mit zusätzlichem X-Chromosom zeigen häufig soziale Schwierigkeiten, aber erfüllen nicht immer alle Kriterien für Autismus.

Sophie van Rijn: Ein Chromosom: eine unterschiedliche Welt (dt.Übersetzung)

Übersetzung des Originalartikels von Sophie van Rijn – one chromosome: a world of difference (2008)

Kinder mit einer Geschlechtschromosomenabnormalität sollten so frühzeitig wie möglich diagnostiziert werden. Dafür setzt sich Veni-Gewinner Sophie van Rijn ein. Derzeit bleibt die Veranlagung (Anmerkung: die medizinische Bezeichnung condition ist neutraler gefasst als disorder = Störung) oft unbemerkt, was das Risiko fördert, dass sich kognitive (= Wahrnehmungs-,) und soziale Probleme unnötig aufstauen.

Ein Chromosom zu wenig oder zu viel

Geschlechtschromosomenauffälligkeiten treten regelmäßig auf.  In den Niederlanden haben 1 von 600 Buben als Folge eines Genfehlers ein extra X-Chromosom (Klinefelter-Syndrom) und 1 von 2000 Mädchen ein X-Chromosom zu wenig (Turner-Syndrom). Viele dieser Kinder zeigen Störungen in ihrer sozialen Entwicklung, ähnlich zu Kindern mit Autismus. Ihr soziales Handicap ist sehr subtil und wird daher nicht immer erkannt. ‚Viele entdecken erst im späten Alter, dass sie das Klinefelter- oder Turner-Syndrom haben‚, so Van Rijn.

Soziales Handicap

Das ist schade, sagt die Leidener Neuropsychologin, da sich dann die Störung in der sozialen Entwicklung bereits ausgewirkt habe.  Während ihrer PhD-Forschung studierte sie erwachsene Männer mit Klinefelter-Syndrom.‘ Viele dieser Männer übersehen unmerkliche soziale Signale,‘ erklärt Van Rijn. ‚Sie können beispielsweise lange über etwas reden, ohne vom Gesicht des Gegenübers zu bemerken, dass dieser das Interesse ab einem bestimmten Punkt verloren hat. Dies kann es für sie erschweren, Freundschaften zu schließen und gute Beziehungen zu Arbeitskollegen aufrechtzuerhalten. Das kann zu psychologischen Problemen führen, etwa zu Depressionen oder Angststörungen.‘

Früh intervenieren

Diese Auswirkungen können vermutlich vermieden werden, wenn die Veranlagung im jungen Alter entdeckt wird,‘ meint Van Rijn. ‚ Wenn Du weißt, dass ein Kind unter dem Klinefelter- oder Turner-Syndrom leidet, kannst Du ihm oder ihr zuhause und in der Schule entsprechende Unterstützung bieten. Das verhindert, dass sich Probleme aufschaukeln.

Herausforderung

Derzeit ist sehr wenig über die zugrundeliegenden Mechanismen bekannt, die zu gestörtem Sozialverhalten unter Kindern mit Geschlechtschromosomenauffälligkeiten führen. ‚Das ist eine gute Herausforderung für mich als Forscherin,‘ sagt Van Rijn. ‚Wenn wir besser verstehen, was bei den Kindern falsch läuft, können wir künftig frühzeitiger eine Diagnose stellen und unsere Unterstützung anpassen, damit sie deren besonderen Bedürfnissen gerecht wird.‘

Zugrundeliegende Mechanismen

Eine Menge Forschung wurde bereits in Autismus gesteckt. Da Klinefelter- und Turner-Syndrom ähnliche Symptome wie ihr besser bekannter Kollege Autismus aufweisen, im breiten Spektrum der Entwicklungsstörungen, ist die Versuchung groß, gleiche zugrundeliegende Mechanismen anzunehmen. Gemäß van Rijns sind diese Schlussfolgerungen vorläufig. ‚Es gibt viele Gründe, weshalb Kinder Schwierigkeiten in sozialen Situationen haben können. Frühere Forschung unter Erwachsenen hat gezeigt, dass Menschen mit Klinefelter-Syndrom Schwierigkeiten haben, Sprache zu verarbeiten, während Menschen mit Turner-Syndrom im sozial-räumlichen Bereich hinterherhinken.  Dieses Forschungsfeld möchte ich mit meinem Veni-Zuschuss verfolgen. Ich will die unterschiedlichen Aspekte auswerten, die zu sozialen Handicaps führen können.‘

Einen Blick ins Gehirn werfen

Um das zu erreichen, wird Van Rijn auch in das Gehirn schauen. Mit der Verwendung der neuesten neuro-bildgebenden Verfahren wird sie dazu in der Lage sein, zu sehen, welche Gehirnareale aufleuchten, wenn soziale Information verarbeitet wird. Sie will beispielsweise untersuchen, was im Gehirn vorgeht, wenn Kinder mit Klinefelter- oder Turner-Syndrom Gesichtsausdrücke erkennen sollen. Diese Kinder werden dafür unterschiedliche Strategien gebrauchen – linguistisch oder visuell -, was unterschiedliche Gehirnareale aktiviert.

Spezielles Training

Sollte dies tatsächlich der Fall sein, bietet es einige Perspektiven zur Anleitung für diese Kinder. Van Rijn: ‚Ein Kind mit Geschlechtschromosomenauffälligkeit braucht spezielle Aufmerksamkeit für seine Stärken und Schwächen. Einem Kind mit Klinefelter-Syndrom kann beispielsweise geholfen werden, mit sozialen Situationen umzugehen, indem diese durch Verwendung von Bildern und anderen Formen der visuellen Unterstützung erklärt werden. Dies kann besser funktionieren als eine verbale Erklärung.‘ Manche Kollegen von Van Rijn arbeiten derzeit an der Entwicklung verschiedenster kognitiver Trainingsprogramme, deren Effektivität sie an verschiedenen Gruppen von Kindern testen werden. Dies würde eine stärker fokussierte und effektivere Beratung für Kinder mit sozialen Problemen ermöglichen.

Fortschrittlich

Van Rijn’s Forschung ist nicht nur im praktischen Sinn fortschrittlich; es ist auch ihr Denkstil, der unerforschtes Gebiet betritt. ‚ In der Tat drehe ich klassisch klinisches Denken um‚, sagt Van Rijn. ‚Ich stecke kein Etikett auf besondere Verhaltenssymtpome und untersuche diese dann.  Stattdessen starte ich mit der Ursache, einem Gendefekt, der leicht zu begründen ist, und schaue dann, was dessen Auswirkungen auf die Entwicklung des Gehirns und des Verhaltens sein könnten.‘

Je früher, desto besser

Diese Auswirkungen sind nicht im Voraus zementiert und können individuell verschieden sein, betont Van Rijn. ‚Eine Person mit einer Geschlechtschromosomenanomalie ist nicht dazu verdammt, mit großen Problem durchs Leben zu gehen. Weil Probleme eine genetische Ursache haben können, bedeutet das nicht, dass sie unvermeidbar und unveränderlich sind. Mit der richtigen Unterstützung durch das Umfeld kann den Kindern in ihrer Entwicklung geholfen werden. Je früher, desto besser.

Verpasste Gelegenheit

Um diese Unterstützung anbieten zu können, ist eine frühzeitige Diagnose unverzichtbar. Van Rijn findet es daher bedauerlich, dass es derzeit keinen Standardcheck auf Geschlechtschromosomen in Neugeborenen gibt. Eine verpasste Gelegenheit, so der Veni-(Subventions)-Gewinner. ‚Du kannst nicht ein extra X-Chromosom wegnehmen und Du kannst kein fehlendes X-Chromosom ersetzen, aber Du kannst einen positiven Einfluss auf die Auswirkungen dieser Veranlagung nehmen. Warum sollten wir uns selbst diese Gelegenheit vorenthalten?

***
Die letzten Forschungsergebnisse von Sophie van Rijn können in meiner Literaturliste abgerufen werden, u.a.

  • Van Rijn et al, Psychophysiological Markers of Vulnerability to Psychopathology in Men with an Extra X Chromosome (XXY), PLoS ONE, 6(5): 2011 (Volltext)
  • van Rijn et al., Vulnerability for autism traits in boys and men with an extra X chromosome (47, XXY): The mediating role of cognitive flexibility, Journal of Psychiatric Research, 2012, 46, 1300-1306 (Volltext)
  • van Rijn et al., Neural systems for social cognition in Klinefelter syndrome (47,XXY): evidence from fMRI, SCAN (2012) 7, 689-697 (Volltext)
  • van Rijn et al., Social attentation, Affective Arousal and Empathy in Men with Klinefelter Syndrome (47,XXY): Evidence from Eyetracking and Skin conductance, PLoS One, 2014, 9 (1): e84721 (Volltext)

Why here?

Gonna write this text in english because it allows me to express my thoughts in a non-flowery way. As I created this blog, I did not intend to take something away from existing Klinefelter’s associations and groups in Germany and Austria. I just did not feel represented by them as I could not find evidence for similar awkward behavior and lack of communication skills.  Next problem is that I have difficulties just to phone someone or go to a place with completely unknown people. That’s irony since XXY men generally tend to be shy and anxious. I prefer the possibility to write eachother in the first place, and then meet vis-à-vis. Therefore, I also prefer a blog or forum for mutual exchange. It let you also think about answers and does not stress so much like in a face-to-face conversation.

Another reason for this blog has been the general lack of any information about possible connections between 47,XXY and autism phenotype. Regarding advice for social communication skills and interaction in everday life, it does not really matter to me whether underlying mechanisms may differ in some parts of this condition. In a scientific way, it is important but I will address to it separately. It is also a separate question concerning testosterone replacement therapy. That is especially tricky given gender identity issues and replacement is not suited for everyone with 47, XXY genotype.

Main reason for me to explore in the broad field of autism spectrum is that thought patterns seem to be similar for at least some XXY men. There are many boys and some adults diagnosed with autism and then Klinefelter’s or vice-versa. Even if the doctor may correct his diagnosed from autism to Klinefelter’s, behavior obviously fits into autistic traits. Why not apply all information and guidebooks about autism to Klinefelter’s? I am going to translate some helpful information suited for children with XXY which I found on the British Klinefelter’s association. Moreover, I will keep you update about latest studies about Klinefelter’s and autism and additional information concerning behavioral issues.  If you’re living fine with Klinefelter’s and don’t have any problems, just skip it. If you don’t have communication problems, be lucky and and skip it, too. Perhaps, testosterone replacement therapy will be sufficient then and no further help is necessary. Otherwise feel free to comment on this blog and share your experiences. The big number of undiagnosed XXY men tells me it is necessary to explain the public, to initiate information campaigns, to involve employers and (school) authorities. I’m definitely not the guy who is willing to just live with it. I’d like to inform and to share my knowledge.

On the other hand, I’m also confronted with clichés about autism, about misuse in newspapers and about prejudice by others. I tend to solidarize with other autists as I share similar thoughts, e.g. about awkward communication and behavior, special interests, be fixed to routines and and sensory overload (especially noise). However, in an environment where only clichés about autism dominate starting with savant abilities and ending up with people who cannot live alone,it appears difficult to disclose your condition. Again I want to stress out that not all men with XXY are included in the autistic spectrum but prevalence is much higher than in average population without chromosome disorders.

To end the sermon – I never stopped being a dedicated scientist seeking for answers and I will never stop asking questions but continue to question statements made decades ago.