Das „leidige“ zweite Chromosom?

Das leidige zweite X-Chromosom: Internationales Experten-Treffen in Münster befasst sich mit dem Klinefelter-Syndrom

Danke für die „neutrale“ Schlagzeile, Universität Münster!

Ja, wenn es um Kinderlosigkeit geht, dann ist das zweite X-Chromosom definitiv leidig! Es gibt aber nicht nur Betroffene, die unter dem Klinefelter-Syndrom leiden, sondern die ihren Weg gehen und sich damit abgefunden haben, die auch keine Kinder wollen. Für jene Minderheit, die nicht durch eine Testosteronersatztherpie vermännlicht werden will, sind die vermeintlichen Defizite ganz selbstverständlicher Teil ihres XXY-Daseins.

Allerdings hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass das zusätzliche X-Chromosom auch auf subtilerer Ebene wirkt. Es beeinflusst zum Beispiel den Stoffwechsel und begünstigt kardiovaskuläre Erkrankungen

Leider werden auch in dieser Pressemitteilung die psychischen Aspekte von 47,XXY wieder unterschlagen. Dabei gibt es hierzu reichlich Forschungsarbeiten von z.B. Tartaglia (USA), van Rijn, Bruining (beide Niederlande) oder Cederlöf (Schweden), die eben nicht einen Zusammenhang zwischen Testosteronmangel und Psyche, sondern zwischen dem mehrzähligen X-Chromosom und kognitiven Auffälligkeiten herstellen.

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