Pläne und Termine

Dieser Beitrag hier gefällt mir sehr gut, denn er beschreibt die Schwierigkeit, mit Terminplanungen umzugehen, besonders eben mit Nachmittagsterminen, die den ganzen Vormittag verleiden lassen. Wenn man Schwierigkeiten hat, die Zeit so auszufüllen, um später nicht in Zeitnot zu geraten. Das beginnt mit Abendterminen, setzt sich mit Terminen unter der Woche fort und endet mit Urlaubsplänen, die schon Tage davor in Beschlag nehmen. Fallen Termine plötzlich aus, dauert es bei mir länger, bis ich damit umgehen kann. Anfangs ist die Frustration sehr groß, erst später kommt die Vernunft hinzu. Pläne zu ändern, sich neues zu überlegen, ist schwierig. Nicht nur im Alltag, auch wenn es um Versicherungen geht, darum, den Stromanbieter zu wechseln, weil er zu teuer ist, eine neue Kamera kaufen, einen neuen PC oder ein neues Handy – je mehr Auswahl, desto unmöglicher die Entscheidungsfindung. Die Entscheidung so lange hinauszögern, bis sie unumgänglich geworden ist. Oder der Augenblick verpasst. Der Umgang mit neuen Situationen oder mit plötzlichen Änderungen ist jedes Mal eine Herausforderung und leider stoße ich oft auf Unverständnis, wenn ich rasch frustriert bin und einfach etwas länger brauche, um mit der neuen Situation umzugehen. Das heißt nicht, dass ich es nicht kann – ich benötige bloß mehr Zeit.

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Definitionsdschungel

Mal zu den Vermutungen:

In Österreich vermutet man

10 000 XXY Männer, wovon nur etwa 3 000 diagnostiziert sind.
400 000 ADHSler, darunter 30 000 Kinder (Quelle: www.aerztezeitung.at, 2011)
80 000 Autisten (Quelle: www.rainman.at )

Von den XXY Männern [weltweit] haben 40-60 % AD(H)S und 30-50 % Autismus (Quelle: Dt. Ärzteblatt)

Gemäß den Rückmeldungen von Betroffenen, Selbsthilfegruppen und neuesten Studien umfasst das
Klinefelter-Syndrom (bzw. XXY) zahlreiche Kernsymptome, die sich sowohl bei ADHS als auch Autismus wiederfinden (siehe Menüpunkt PSYCHE).

Wo es für mich spekulativ und immer noch unklar wird, ob man zum Klinefelter-Syndrom die zusätzliche Diagnose ADHS und/oder Autismus stellen darf, da die Übergänge, vom Testosteronmangel abgesehen, fließend erscheinen.

Spekulativer Teil:

Alle Verhaltensweisen eines XXY-Individuums lassen sich nicht durch das Klinefelter-Syndrom abdecken. XXY =/= Klinefelter-Syndrom.

Einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist man zugehörig, wenn alle Kriterien für die Diagnose (Kernsymptome) erfüllt sind. Ob dem Verdachtsfall eine bekannte genetische Veranlagung zugrunde liegt, oder nicht, wäre erst einmal irrelevant für die Diagnose.

Menschen mit XXY-Genotyp teilen zunächst nur das gemeinsame zusätzliche X-Chromosom, zeigen aber unterschiedliche körperliche und psychische Ausprägungen. XXY =/= Klinefelter-Syndrom, sondern XXY = Klinefelter-Spektrum.

Meiner Meinung nach sollte Autismus zusätzlich diagnostiziert werden dürfen, weil …

1. Unter den XXY gibt es auch viele Nichtautisten.
2. Testosteronmangel hat vermutlich nur wenig oder keinen Einfluss auf die autistischen Kernsymptome, evtl. stark abhängig von der Art und Dauer der Therapie, sowie seit wann therapiert wird.
3. Es gibt auch positive XXY Eigenschaften, die sich nahezu mit autistischen Eigenschaften überschneiden. ASS kann XXY Männer kompletter (in einschränkenden wie in positiv herausragenden Eigenschaften) beschreiben, das ist dann gleichzeitig auch etwas, das nicht behandelt gehört, sondern im Gegenteil sogar gefördert werden sollte.
4. XXY ist bei Ärzten und um beruflichen Umfeld kaum bekannt, und wenn, überwiegend im pathologischen Sinn. Bessere Unterstützung und Verständnis bekommt man evtl. mit ADS/Autismus-Diagnose, sofern Leidensdruck gegeben.